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Ocean Grabbing

In ihren zwei letzten Recherchen zu Sri Lanka ist die Gesellschaft für bedrohte Völker auf ein Phänomen gestossen: Ocean Grabbing. Gemeint ist die Plünderung der Meere oder die Beschlagnahmung des Zugangs zum Meer, sodass die traditionellen Fischer ihrem Beruf nicht mehr nachgehen können.

  • Im Norden und Osten Sri Lankas kommen viele Fischerfamilien wegen Tourismusprojekten in grosse Not: Der Zugang zum Strand, von dem sie seit Generationen mit ihren Booten zum Fischen starten, ist ihnen verwehrt. Die Hoteliers vertreiben die Fischer, damit sich die Touristen ungestört sonnen können.
  • Auf der nördlichen Halbinsel Jaffna ist Ocean Grabbing eine Folge des Krieges: Das Militär besetzte grosse Gebiete, um eine Hochsicherheitszone zu errichten. Dadurch verlor die Bevölkerung den Zugang zum Meer und ihre Existenzgrundlage.
  • Schliesslich sind die lokalen Fischer auf Jaffna auch bedroht durch Schleppnetzboote aus Indien und Fischern aus dem Süden Sri Lankas, welche mit ihren illegalen und zerstörischen Fischereimethoden die Meere plündern.

Gemeinsam mit unserer lokale Partnerorganisation National Fisheries Solidarity Movement (NAFSO) stärken wir die Fischer und die lokale Bevölkerung, indem wir ihnen ihre Rechte aufzeigen und den Dialog mit Regierung und Tourismussektor fördern. Zudem fordern wir die sri-lankische Regierung auf, die Militärpräsenz auf Jaffna zu reduzieren und die Vertriebenen beim Aufbau ihrer traditionellen Existenzgrundlage zu unterstützen.

Mehr Infos

Bericht zur Militarisierung auf der Halbinsel Jaffna

Bericht zu Tourismus und Menschenrechte in Sri Lanka

Blog

„Unser Kampf hat sich gelohnt“

„Unser Kampf hat sich gelohnt“

8. Mai 2017

Für die 63-jährige Sinnapu Anthonia Vaas hat sich der Protest für Landrechte und den Zugang zum Meer bezahlt gemacht: Dank hartnäckigem Einsatz gemeinsam mit anderen Frauen erhält sie von der Marine ihr Land zurück. Dadurch könnte sie zum Vorbild für andere Betroffene werden.

„Landraub lohnt sich nicht“

„Landraub lohnt sich nicht“

9. November 2016

Ein Hotelbesitzer raubte Teile von Senul Abdeen Saleemas Grundstück, auf dem sie eine Kokosnussfarm betrieb. Aber Senul setzte sich zur Wehr. Trotz Rückschlägen zeigt ihre Geschichte, dass sich Landraub nicht lohnt.

Sri Lanka: Die Menschenrechtslage verschlechtert sich

Sri Lanka: Die Menschenrechtslage verschlechtert sich

7. November 2016

In Sri Lanka hat es die neue Regierung nicht geschafft, die Hoffnungen der Bevölkerung – vor allem der Minderheiten – zu erfüllen. Im Oktober wurden in Jaffna zwei Studenten ermordet, es kam zu Entführungen und gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Marine und Dorfbewohnern. Zudem will die sri-lankische Regierung ein neues Gesetz einführen, das einen grossen Rückschritt für … Weiterlesen

„Wegen den Surfern fange ich deutlich weniger Fisch“

„Wegen den Surfern fange ich deutlich weniger Fisch“

2. November 2016

Francis Christopher Ranraj Croos war nicht reich, aber er und seine Familie lebten gut vom Fischfang. So lange, bis die Kite-Surfer kamen und einen grossen Teil des Gebiets der Lagune für den Tourismus absteckten. Seither ging die Fangquote so drastisch zurück, dass die Familie heute Mühe hat, über die Runden zu kommen.

Ein Leben in Unsicherheit

Ein Leben in Unsicherheit

2. November 2016

Für Hotels wurde die Fischerfamilie von Christy Cooray schon in der Vergangenheit von ihrem Bootsankerplatz vertrieben. Heute führen sie ein Leben in grosser Unsicherheit, denn die Regierung will ihnen auch den neuen Ankerplatz wegnehmen.

Sri Lankas Armee erobert den Tourismus

Sri Lankas Armee erobert den Tourismus

19. Oktober 2016

Das Militär auf Sri Lanka betreibt Hotels und Reisebüros. Es besetzt weiterhin grosse Ländereien. Die Rückkehr der vertriebenen Tamilen auf ihr Land verläuft harzig.

Jaffna/Sri Lanka: Die Militarisierung gefährdet die Lebensgrundlagen der Bevölkerung

Jaffna/Sri Lanka: Die Militarisierung gefährdet die Lebensgrundlagen der Bevölkerung

19. Oktober 2016

Sieben Jahre nach Ende des Krieges in Sri Lanka verletzt das Militär auf der Jaffna-Halbinsel die Menschenrechte systematisch: So lautet der Befund eines neuen Berichts, den die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und ihre Partnerorganisation NAFSO („National Fisheries Solidarity Movement“) heute veröffentlichen.

„Ich kenne das Land meiner Eltern nur aus Geschichten“

„Ich kenne das Land meiner Eltern nur aus Geschichten“

17. Oktober 2016

Jathisya Rathnarajah ist in einem Flüchtlingscamp aufgewachsen. Mit der Flucht verlor die Fischerfamilie alles – auch ihre Lebensgrundlage. Die junge Frau träumt davon, auf das Land ihrer Eltern zurückzukehren.

„Wieso braucht das Militär unser Land noch?“

„Wieso braucht das Militär unser Land noch?“

13. Oktober 2016

Juljes Selvamalar wurde während dem Krieg vertrieben und lebt bis heute in einem Lager für Binnenflüchtlinge. Sie versteht nicht, warum das Militär ihr Land noch immer als Hochsicherheitszone besetzt hält.

„Ich werde mein Land niemals verlassen“

„Ich werde mein Land niemals verlassen“

3. Oktober 2016

Die Fischersfamilie von Padma Garappathi muss hungern, weil ihr See für ein Regierungsprojekt ausgetrocknet wurde. Entschädigung gibt es bis jetzt keine.

The fishermen from Nilaveli

© Michael Philipp, luxs.ch

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Über uns

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich für verfolgte Minderheiten und indigene Völker einsetzt. Wir dokumentieren Menschenrechtsverletzungen, informieren und sensibilisieren die Öffentlichkeit und nehmen die Interessen der Betroffenen gegenüber Behörden und Entscheidungsträgern wahr. Wir unterstützen lokale Bemühungen zur Stärkung der Menschenrechte von Minderheiten und indigenen Völkern und arbeiten national sowie international mit Organisationen und Personen zusammen, die ähnliche Zielsetzungen verfolgen.

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